Gefährlich waren die Geschichten, die niemand erzählte. Die Geschichten über Geschehnisse, von denen später alle so lange behaupteten, nicht dabei gewesen zu sein, bis sie es selbst glaubten. Die Geschichten, die ein ganzes Dorf vergessen konnte, noch bevor sie vorbei waren. Die Geschichten, von denen jene, die sie erlebt hatten, wenn man sie später nach ihnen fragte, nichts mehr wussten. Sie schliefen nicht mehr, aßen zu viel oder zu wenig, schlugen ihre Kinder und Frauen, versoffen Haus und Hof, verwandelten sich in völlig neue Menschen, aber sie wussten von nichts.(Aus: Hundswut von Daniel Alvarenga, S. 238-239)
Das verrät der Klappentext: In der bayerischen Provinz will man 1932 noch nichts von dem wissen, was in München vor sich geht. Hier nehmen die Bürger die Dinge noch selbst in die Hand. Als bestialische Morde das Dorf erschüttern, gilt es für den Bürgermeister und seinen Gemeinderat, die Gräueltaten schnellstmöglich aufzuklären.
Während man zunächst vermutet, dass ein Wolf im nahen Wald sein Unwesen treibt, verdichten sich bald die Gerüchte, dass es sich um einen menschlichen Täter handeln muss. Dem Hauptverdächtigen, dem Einsiedler Joseph Köhler, soll kurzerhand der Prozess gemacht werden, doch dieser beteuert vehement seine Unschuld.
Spätestens als Dorfpfarrer Hias den mittelalterlichen Hexenhammer zurate zieht, geraten die Ereignisse außer Kontrolle, und nur die Ehefrauen der Dorfoberhäupter können noch versuchen, dem grausigen Wahnsinn ein Ende zu bereiten. [Textrecht: HarperCollins]

