Es geht in die nächste Runde der Reihe 1000 Fragen an mich selbst. Mit im Gepäck sind dieses Mal ein paar nostalgisch-schöne Themen wie Tagebuch-Schreiben, die schwierige Sache mit dem Loslassen, prickelnde Sommergefühle und Kindergartenerinnerungen. Enjoy!
Seiten
1000 Fragen an mich selbst #28
Dienstag, 14. Juli 2026
Themen:
1000 Fragen an mich selbst
[Rezension] Vorwiegend festkochend von Lara M. Gahlow
Dienstag, 28. April 2026
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„… aber eins habe ich gelernt: Entscheide sehr genau, was dich im Inneren berührt. Und behalte die Fassung, wenn mal etwas durchrutscht."(Aus: Vorwiegend festkochend von Lara M. Gahlow, Seite 45. Textrecht: Ankerwechsel Verlag)
Das verrät der Klappentext: Minna ist 92 Jahre alt und weiß, was es heißt, allein zu sein. Doch seit geraumer Zeit kommen wechselnde Pfleger*innen in ihre überheizte Wohnung – und plötzlich steht da Moni. Erfahren, direkt und empathisch geht sie auf die alte Dame zu. Leicht ist das nicht.
Zwischen norddeutscher Sachlichkeit und einer geteilten Vorliebe für Puffreis entspinnt sich eine Geschichte über zwei Frauen, die auf den ersten Blick wenig verbindet. Eine preisgekrönte Erzählung – feinfühlig, humorvoll und ein bisschen traurig.
Sie zeigt: Es ist nie zu spät für Verbindung.
Persönlicher Leseeindruck: Vorwiegend festkochend erzählt eine zu Herzen gehende, wütend machende Geschichte, die mitten aus dem Leben gegriffen ist. Sie handelt vom Alt-Sein, vom Allein-Sein, vom Nicht-mehr-ernst-genommen-Werden. Von den prekären Verhältnissen in der Pflege, unter denen Pflegekräfte ebenso wie Pflegebedürftige leiden, weil das Mensch-Sein unter all dem Zeitdruck einfach zu kurz kommt. Von unverhofften Begegnungen, die uns heilen und wachsen und ein Stückchen mehr zu dem Menschen werden lassen, der wir eigentlich sind.
Themen:
Rezension
[Rezension] Das dritte Licht von Claire Keegan
Mittwoch, 8. April 2026

„Du brauchst nichts zu sagen, nie“, sagt er. „Denk immer daran: Das ist etwas, was du nie tun brauchst. So mancher Mann hat viel verloren, nur weil er eine perfekte Gelegenheit verpasst hat, nichts zu sagen.“
(Aus: Das dritte Licht von Claire Keegan, Seite 70, Textrecht: Steidl Verlag)
Das verrät der Klappentext: An einem heißen Sommertag, gleich nach der Frühmesse, liefert ein Vater seine kleine Tochter bei entfernten Verwandten auf einer Farm im tiefsten Wexford ab. Seine Frau ist schon wieder schwanger, noch ein Maul wird zu stopfen sein. Sollen die kinderlosen Kinsellas die Kleine so lange dabehalten, wie sie wollen …
So findet sich das Mädchen an einem seltsam fremden Ort wieder: Hier gibt es einen Brunnen, der nie austrocknet, Milch und Rhabarber und Zuwendung im Überfluss. Hier gibt es aber auch ein trauriges Geheimnis, das einen Schatten auf die leuchtend leichten Tage wirft, auf diesen einen glücklichen Sommer, in dem das Mädchen lernt, was Familie bedeuten kann.
Persönlicher Leseeindruck: „Das dritte Licht“ erzählt auf wenigen Seiten auf eindrucksvoll lakonische und vielleicht gerade deshalb sehr nachdrückliche Art die Geschichte eines irischen Sommers. Doch es ist weniger sommerliche Wärme als vielmehr trostlose Kälte, die einen während des Lesens der ersten Seiten beschleicht.
Denn wir erleben das Geschehen aus der kindlichen Perspektive der stets namenlos bleibenden, jungen Protagonistin, die eines Tages wie ein ungeliebtes Möbelstück vom Vater bei ihr völlig Fremden – dem Ehepaar Kinsella – abgeladen wird. Noch weiß sie nicht, dass dieser Sommer sich anfühlen wird wie warmer Regen nach langer Dürre.
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