[Rezension] Girl on the Train von Paula Hawkins (Hörbuch)

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[Rezension] Girl on the Train von Paula Hawkins (Hörbuch)

Montag, 14. März 2016

Rezension Girl On The Train von Paula Hawkins Hörbuch www.nanawhatelse.at
Foto: www.nanawhatelse.at, Bildrechte (Cover): Random House Audio 

Nichts ist so schmerzhaft, so zersetzend wie Misstrauen.
aus: Girl on the Train von Paula Hawkins, Hörbuch CD 2, Textrechte: Random House Audio


Ein klein wenig zum Inhalt: Rachel fährt jeden Tag frühmorgens mit dem Zug nach London. Vorbei an dem Haus, in dem sie einst mit ihrem Mann lebte. Und in dem dieser nun mit seiner neuen Frau und seiner kleinen Tochter wohnt. Jedes Mal, wenn sie an ihrem früheren Zuhause vorbeifährt, beobachtet sie ihre ehemalige Nachbarschaft und übt sich im Tagträumen. Sie gibt den Menschen, die sie jeden Tag beim Vorbeifahren beobachtet, Namen, stellt sich vor, wie ihr Leben aussieht, erhascht immer wieder Einblicke in die Welt völlig Fremder. Doch eines Tages beobachtet sie etwas Seltsames, wird nichtsahnend Zeugin eines Verbrechens und findet sich bald inmitten eines Strudels aus Intrigen und Verrat wieder…


Rezension: [Achtung: mögliche Spoiler!] Drei Erzählerinnen, die durch eine gemeinsame Bekanntschaft miteinander verbunden sind, berichten aus unterschiedlichen Perspektiven von den Geschehnissen in der Blenheim Road und so setzt sich Stück für Stück eine brutale Geschichte wie ein Puzzle zusammen – natürlich nicht, ohne den Leser dabei immer wieder gekonnt in die Irre zu führen, denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt – wie das bei spannungsgeladenen Thrillern eben so ist und sein soll. Mit Rachel wird eine traurige, von Selbstzweifeln zerfressene, trinksüchtige und depressive Protagonistin vorgestellt, der man abwechselnd mit Mitgefühl und Unverständnis begegnet, deren Schicksal einen regelrecht mitleiden lässt. Sie ist ein Spielball in einem Netz aus Geheimnissen und Bösartigkeiten, ihr Alkoholproblem macht sie zu einem leichten Opfer von Manipulation und Gewalt. Doch gerade sie ist es, die der Geschichte immer wieder zu unvorhersehbaren Wendungen verhilft. Nicht nur Rachel, sondern auch die anderen Charaktere werden gut in Szene gesetzt – man bekommt eine genaue Vorstellung von den Gedanken, Ängsten und Gefühlen der drei Frauen aus deren Sicht erzählt wird. Die Geschichte beginnt rasant, die vielen Perspektivenwechsel und Zeitsprünge verhelfen ihr zu einer unglaublichen Dynamik, die nach einem leichten Einbruch des Spannungsbogens gegen Mitte des Buches zum Ende wieder für einen mitreißenden Countdown sorgt.

Britta Steffenhagen, Rike Schmid und Christiane Marx leihen den Erzählerinnen ihre Stimmen – und konnten mich absolut überzeugen. Lebendig und fesselnd, dramatisch und packend lesen sie diesen außergewöhnlichen Thriller und bescheren einem dabei immer wieder eine Gänsehaut.

Fazit: Girl on the Train ist ein temporeicher Thriller, der auf geniale Weise mehrere Handlungsstränge ineinanderfließen lässt, den Leser an der Nase herumführt und mit seinen Charakteren nicht gerade zimperlich umgeht. Das Hörbuch kann neben dem aufregenden Plot mit überzeugenden Erzählerstimmen punkten.


Ich vergebe 4 von 5 Gerrys für Girl on the Train.
Girl on the Train von Paula Hawkins | Übersetzung: Christoph Göhler | Random House Audio, 2015 |
Hörbuch MP3-CD | Laufzeit 10h40 | ISBN: 978-3-8371-3142-0

Kommentare:

  1. Girl on the train, spaltet ja ziemlich die Geister, ich bin wirklich froh, dass es dir auch gefallen hat. Habs leider nur gelesen, aber du machst mich ziemlich neugierig auf das Hörbuch. :D

    Liebe Grüße
    Svenja

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  2. Hallo Nana,

    als das Buch gerade erschienen ist, ist er mir auch immer auf der Random House Seite entgegen gesprungen, aber irgendwie hat es mich dann doch nicht angesprochen. Da es dir aber gefallen hat, überlege ich mir, es vielleicht doch mal zu lesen/zu hören. :)

    Viele liebe Grüße
    Benni

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  3. Ave,

    mich hat das Buch einige Male ganz gehörig in die Irre geführt. Im Nachhinein ist es eigentlich schade, dass ich es nicht mit jemandem zusammen gelesen habe, um wilde Theorien aufzustellen. ^^'
    Auf welche Holzwege wurdest du denn geführt?

    Allerdings fand ich, dass die Männer in dem Buch ein wenig zu schlecht wegkamen. Klar, sie sollen alle mal mehr mal weniger als der Täter vom Leser angesehen werden, aber eine männliche Perspektive hätte dem so doch etwas einseitigen Weltbild bestimmt nicht geschadet.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Seitenfetzer

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