[Rezension] NICHTS - Was im Leben wichtig ist von Janne Teller

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[Rezension] NICHTS - Was im Leben wichtig ist von Janne Teller

Samstag, 4. Januar 2014

Foto: www.nanawhatelse.at, Bildrechte (Cover): dtv

"Nichts bedeutet irgendetwas", sagte er.
aus: NICHTS von Janne Teller, Seite 9. Textrechte: dtv

Ein klein wenig zum Inhalt: Mit den Worten "Nichts bedeutet irgendetwas und deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun" steht der junge Pierre Anthon auf, kramt sein Zeug zusammen und verlässt das Klassenzimmer. Anfangs lachen seine Mitschüler über ihn, denn schließlich muss doch etwas eine Bedeutung haben. Seine Klassenkameraden setzen nun alles daran, um Pierre Anthon, der fortan auf einem Pflaumenbaum sitzt und ihnen vorrechnet, wie viel Zeit sie damit vergeuden, bedeutungslose Dinge zu tun, um zu bedeutungslosen Menschen zu werden, zu beweisen, dass es doch Dinge gibt, die von Bedeutung sind. Und so beginnen sie, gegenseitig voneinander Opfer zu verlangen, welche auf dem "Bedeutungsberg" im alten Sägewerk landen, der stets wächst und wächst. Was mit einem Paar grüner Sandalen beginnt, entwickelt sich zu einer unaufhaltsamen, grausamen Spirale, die die jungen Leute zwingt, nach immer mehr und mehr Bedeutung zu suchen, bis sie sich in dieser Suche verlieren.

Idee: Eine Klasse auf der schmerzhaften Suche nach Bedeutung. Eine Suche, die bald an ihre Grenzen stößt und dabei keine Grenzen kennt. Pierre Anthon als junger Philosoph und Freidenker, der mit dem Aussprechen seiner Gedanken einen unaufhaltsamen Butterfly-Effekt in Gang setzt. Seine Worte sind der Flügelschlag, welcher zum Auslöser einer dramatischen Eskalation wird ...

Umsetzung: Das Buch bescherte mir Kopfschmerzen, Übelkeit, schlaflose Nächte und nachdenkliche Stunden, grauenhafteste Bilder und: die tollsten Diskussionen, die ein Buch überhaupt heraufbeschwören kann. Wunderbar provozierend spricht dieses dünne Büchlein unentwegt in Metaphern. Was oberflächlich betrachtet eine Geschichte über eine vollkommen aus den Bahnen geworfene, gestörte Klassendynamik ist, ist tatsächlich nichts anderes als eine moderne Odyssee - eine Irrfahrt auf der Suche nach Bedeutung, die unermessliche Opfer fordert und zugleich den Wert jedes einzelnen Opfers in Frage stellt. Gibt man dem Buch die Chance, es auf sich wirken zu lassen und erwartet keinen realistischen Roman, sondern weiß einen fiktiven und mit Symbolen spielenden Roman zu schätzen, dann sollte man sich diesen Roman nicht entgehen lassen. Bücherwürmchen mit sehr sensiblem Magen tun jedoch gut daran, einen Bogen um diesen Roman zu machen.

Gestaltung: Was soll ich sagen? Genau richtig. Punkt. Beinahe nackt wirkt dieses dünne Büchlein und genau diese Leere und Schlichtheit passt perfekt zu der Message des Buches: Denn es geht um(s) NICHTS. 

Passender Soundtrack: The Offspring - The Kids aren't alright.

Dieses Buch in 5 Worten: Schockierend. Brutal. Desillusionierend. Philosophisch. Tragisch.

Persönliches Fazit: Der dänischen Autorin Janne Teller ist mit NICHTS ein nachdenklich machender, lange nachwirkender Jugendbuch-Schocker gelungen, der einen mit gemischten Gefühlen zurücklässt, einfach weil er etwas bedeutet.

Ich vergebe 4 von 5 Gerrys und eine Leseempfehlung.
NICHTS - Was im Leben wichtig ist von Janne Teller dtv, 2013 Taschenbuch, 144 Seiten ISBN: 978-3423625173

Kommentare:

  1. Deine Rezension macht wirklich neugierig!
    Ich schau mal ob ich eine Leseprobe auftreiben kann und wenn es mich dann noch reizt, landet es auf dem Sub. Nur das mit dem sesiblen Magen macht mich nachdenklich ...
    LG Ela

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  2. 4 von 5... :) iiiiin den einkaufswagen damit :D *shoppiiiiiing* :D :D :D

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Ich freue mich immer über ein paar nette Zeilen. Tippselt mir doch was Flauschig-Fluffiges!