Warnung vor Hardcore-Büchern?!

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Warnung vor Hardcore-Büchern?!

Mittwoch, 25. Juni 2014

Ich bin der Meinung, man sollte alles schreiben dürfen. Egal wie belanglos, egal wie eklig, egal wie grammatikalisch falsch (auch wenn mich das immer wieder gehörig wurmt). Denn es bleibt ja immer dem Leser überlassen, ob er das Geschriebene auch tatsächlich lesen/genießen/ertragen will.

Nun hatte ich aber das allererste Mal mit einem Buch zu tun, von dem ich wirklich und mit voller Überzeugung glaube, dass es mit Vorsicht genossen werden und definitiv NUR von volljährigen Lesern gelesen werden sollte. Warum?

Jene unter euch, die mich schon ein Zeiterl kennen, wissen ja, dass ich in meiner Jugend eine Phase hatte, in der kein Krimi und kein (Psycho-)Thriller vor mir sicher war (auch wenn ich dann nachts mein uraltes Pumuckl-Nachtlicht reaktivieren musste vor lauter Bammel). Das heißt, ich bin wirklich alles andere als zimperlich und habe mit guten (und teilweise auch wirklich grausigen) Thrillern nach wie vor wirklich eine Heidenfreude und sie bescheren mir großen Lesegenuss.

In DIESEM Buch aber wird detailliert beschrieben, wie Frauen mit Küchenutensilien anal vergewaltigt werden, bevor sie mitansehen müssen, wie ihren geknebelten Männern bei lebendigem Leibe die Augen ausgestochen werden, diese anschließend vor ihren Augen ausgeweidet und zerstückelt werden, nur um anschließend mit den abgetrennten Genitalien des ermordeten Partners wieder geschändet zu werden. Um euch nur einen kleinen Einblick in die Greuelwelt des Holiday-Killers zu geben, die in diesem 118 Seiten dünnen Hardcore-„Thriller“ beschrieben wird.

Ich habe schon als Jugendliche Krimis und Thriller verschlungen, aber vor den Albtraum-Bildern, die DIESES Buch heraufbeschwört, hätte mich auch mein Nachtlicht nicht bewahren können und selbst mit 24 Jahren musste ich beim Lesen immer wieder innehalten und meinem Magen Zeit geben, um sich wieder zu beruhigen (und ja, ich habe auch mehr als nur einmal mit dem Gedanken gespielt, dieses Buch abzubrechen).

Nie zuvor habe ich ein Buch gelesen, das mir derart Angst gemacht hat. Das kann natürlich auch FÜR die Qualität des Thrillers und dessen realistische Schreibweise sprechen, die es geschafft hat, mir unzählige Horrorbilder in den Kopf zu pflanzen. Ich möchte hier keineswegs WERTEN (meine Rezension folgt ja noch...), aber eine kleine Warnung hätte ich mir irgendwie doch gewünscht. Denn ich sehe Geschichten immer als Kunst an – und von Kunst auf den Künstler zu schließen macht ja wirklich nicht immer Sinn – aber in diesem Fall ging mir doch einige Male die Frage durch den Kopf, welcher Mensch imstande ist, eine solche von detailliert beschriebenen Grausamkeiten gespickte Geschichte zu Papier zu bringen...

Aber wieder: Ich bin dafür, dass jeder alles schreiben kann. Weil ja klar ist, dass nicht jeder alles lesen muss. In einem solchen Fall empfände ich allerdings eine Altersbeschränkung für mehr als angebracht. In der Beschreibung des E-Books wurde mit KEINEM Wort erwähnt, dass das Buch für jugendliche Leser nicht geeignet/ empfohlen sei (und das ist es beim besten Willen nicht). Bei jedem Buch, das auch nur einen HAUCH Erotik enthält, wird dies in der Beschreibung explizit angeführt. Sex?! Ach du Schreck! – Da gehört natürlich eine Warnung raufgepappt! Bei einem solchen Buch (darüber, ob die Grenzen des Genres THRILLER in diesem Fall nicht überüberüberstrapaziert werden, ließe sich mit Sicherheit streiten) gibt es hingegen KEINERLEI Vorwarnung, KEINERLEI Altersbeschränkung, KEINERLEI IRGENDWAS. 

Bei Kinderbüchern hat sich das Zielgruppensystem (à la: empfohlenes Alter) ja mittlerweile toll bewährt, und ich greife ja auch immer wieder zu Kinderbüchern, auch wenn ich nicht in die Zielgruppe falle (nicht mehr ganz zumindest :P). Es bleibt ja schlussendlich dann sowieso dem Leser (wie alt auch immer er sein möge) überlassen, was er wann wo wie liest – aber in ausgewählten Fällen wäre ein leiser Warnschuss dann doch angebracht.


Hattet ihr schon einmal mit einem solchen Buch zu tun? Würdet ihr eine Art Warnung oder Altersbeschränkung (beispielsweise wie FSK bei Filmen) in manchen Fällen für sinnvoll halten?

Was meint ihr?
PS: Für all die Hardcore-Thriller-Fans unter euch, die jetzt unbedingt wissen wollen, um welches Buch es sich handelt (oder für jene, die gerne einen großen Bogen um ein solches Buch machen möchten), lüfte ich das Geheimnis: Es handelt sich um „Fragmente“ von Stefan T. Pinternagel.

Meine Rezension gibt’s ASAP! :o) 
Ich bin gespannt auf eure Meinungen!

Kommentare:

  1. Ich finde schon,dass du Recht hast. Auch hier sollte man es halten wie in den Romanen, in denen erotische Szenen vorhanden sind und ZUMINDEST eine Altersempfehlung aussprechen. Oftmal gibt es diese sogar und ist nur auf der Verlagsseite zu finden und noch viel öfter gibt es vermutlich gar keine. Bücher werden eben nach Genre zugeteilt und weniger nach Altersbeschränkung. Hätte ich das o.g. Buch in die Finger bekommen und es ist wirklich so plastisch beschrieben wie du sagst, dann wäre ich vermutlich a. an einem Herzinfakt gestorben oder hätte b. die nächsten vier Wochen keinen Schlaf mehr gehabt. So als Serie im TV kann ich nämlich viel mehr damit leben als mit selbst heraufbeschworenen Bilndern in meinem Kopf. ;)

    Liebe Grüße
    Sarah

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    1. Hey Sarah :o)

      hehe, ehrlich ich WAR kurz A) vor einem Herzkasperl und B) das Ganze verfolgt mich nach wie vor ein bisserl in meinen (Alb)Träumen :D
      DU sagst es: Es gibt KEINEN Film, der soooo echt ist, wie Kopfkino, und das Kopfkino, das dieses Buch heraufbeschwört, ist wirklich keine Gute-Nacht-Geschichte :o(( Ich find's schade, dass solche Infos immer schwer zugänglich sind und man da ab und zu wirklich im Dunkeln tappt. Denn einen Thriller wollte ich ja lesen - aber niemand, der zu einem Thriller greift, rechnet mit SO ETWAS *g* Die Genrezuteilung war da wirklich für die Katze ^^

      Ging mir zwar bisher mit nicht vielen Büchern so, aber in ein paar Fällen wär da wirklich Handlungsbedarf...

      Ganz liebe Grüße und Danke für deinen Besuch :o)
      Nana

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  2. Hallo Nana!

    Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als Kind alptraumgeplagte Nächte gehabt zu haben - verursacht von der Knickerbocker-Bande :D (meine "Kur" war dann meistens ein Asterix-Heft)

    Mittlerweile bin ich sicher nicht mehr so zart besaitet, aber von diesem Stück Literatur lasse ich mich gerne warnen - auch, wenn ich ohnehin nicht so der Thriller/Krimi-Fan bin und wahrscheinlich nie danach gegriffen hätte.

    Sehr schöner und sympathischer Blog!

    Schade, dass es sich zeitlich nicht ausgegangen ist, dass du auch noch an der Rupertus-Buchblogger-Aktion teilnimmst. Hoffentlich lernt man sich einmal auf andere Art und Weise kennen - zum Beispiel bei einem der Salzburger Bloggertreffen? :)

    Liebe Grüße!



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  3. Huhu,
    ich finde auch, dass man eine Altersempfehlung draufschreiben sollte. und zwar nicht nur auf den Verlagsseiten selber sondern auch evtl mit ablösbarem Aufkleber auf dem Buch selber (falls man selber in der Buchhandlung stöbert.) Ich würde ein Buch wo Empfohlen ab 18 draufsteht nie kaufen, alleine weil ich dann genau vor so etwas beschriebenen angst hätte. Ich denke, dass das aber auch für Eltern wichtig, da es zwar schon Kinderbücher gibt, aber wenn diese dafür zu jung sind könnten sie sich auch gruseln...

    Liebe Grüße,
    Lisa

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  4. Hallo :)

    ich hätte das Buch nicht lesen können, solche Beschreibungen wären mir zu krass. Deswegen bin ich auch dafür, dass Bücher mit solch heftigen Szenen eine kleine Kennzeichnung bzw. einen kleinen Hinweis auf dem Cover oder der Rückseite haben sollten. Dann weiß man einfach, was man bekommt, und es gibt keine negative Überraschung. Und für Leute, die härter im nehmen sind, ist es ja auch hilfreich, wenn solche Bücher leichter erkennbar sind.

    LG
    Julia

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