Tim Boltz - "Weichei"

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Tim Boltz - "Weichei"

Donnerstag, 5. Januar 2012

"Wie kann man nur so viel Pech haben? Welche dunklen Mächte haben sich nur gegen mich verschworen, dass ich ständig dermaßen in die Kacke greife?"



Vielen, vielen, vielen lieben Dank an den Autor Tim Boltz und den Goldmann-Verlag für ein schreiend-komisches und sehr herzlich signiertes Exemplar von Weichei und den passenden Waschlappen dazu :)

Story: Robert (liebenswert, planlos, verschlafen) möchte seine Verlobte Steffi mit einem Frühstück überraschen. Doch er hat nicht nur Steffis Lieblingsbrötchen besorgt, sondern auch einen Ring, der in einem der besagten Brötchen steckt. Robert, das süße Weichkeks, betritt also freudig, wenn auch ein wenig nervös Steffis Schlafzimmer.. findet die liebe Steffi allerdings nicht allein im Bett vor. Robert, der sich plötzlich nicht mehr als süßes Weichkeks, sondern als waschlappiges Weichei empfindet- macht auf dem Absatz kehrt, Steffi und den Piloten Claus (Claus mit C!) hinter sich lassend und vor sich nur noch einen Vorsatz: Robert Süßemilch wird NIE WIEDER ein Weichei sein. NIE WIEDER! Und so beginnt die Mission Impossible und Roberts Reise zu sich selbst..

Tim Boltz bedient sich auf hervorragend komische Weise einem alten Klischee. Frauen mögen keine netten Männer, Frauen mögen Arschlöcher! Also sucht Robert sich natürlich nicht die Ausnahme-Frau, die auf Softis steht, sondern will zum Arschloch mutieren, und so Steffi zurückerobern!

Schreibweise: Sehr oft musst ich wirklich schmunzeln, da ich das Gefühl hatte, dass Herr Boltz beim Niederschreiben von Roberts niederschmetterndem Schicksal als unveränderliches Weichei und seinen peinlichen Pannen und Aussetzern von Herzen gelacht hat und sich dabei an die ein oder andere Geschichte aus seiner eigenen Vergangenheit zurückerinnert hat. Zumindest wirkte die Geschichte (zwar stellenweise ein wenig überzogen: aber gut: Drama wo Drame hingehört!) meistens sehr authentisch :) Sehr witzig fand ich auch, dass Tim Boltz in seiner Danksagung, seinen verflossenen Flammen dankte, die ihm als Inspiration für "Weichei" dienten. Stellenweise hielt ich mir (wie ich es bei Horrorfilmen des öfteren mache) wirklich die Hände vors Gesicht, allerdings nicht aus Furcht, sondern als ein Symptom einer meiner Fremdschäm-Attacken. Ich errötete stellvertretend für die Figuren (an peinlichen und auch verdammt ekligen Momenten wird nicht gespart!), betete für Robert und freute mich wie blöde, als ihm ein Lichtlein aufging und er seinen eigenen Wert erkannte (und seine Liebe zu der hübschen unkomplizierten Jana). Steffi go home! :D




Gestaltung: Das Cover hätte nicht besser gestaltet werden können! Freche, quietschende Farben, dennoch schlicht und mit einer klaren Botschaft.. einfach ganz ganz wunderbar umgesetzt (und nochmal so schön, da ich behaupten kann, den Waschlappen vom Cover, tatsächlich in meinem Schrank liegen zu haben :D) Toll fand ich auch die Untergliederung in Kapitel und die Wahl der Überschriften ("Ciao, Steffi - Hallo, Leben"), die allesamt ungewöhnlich und ganz und gar "Tim Boltz" sind.. :)

Fazit: Und die Moral von der Geschicht? Frauen mögen Arschlöcher nicht..

Goldmann-Verlag
2011
255 Seiten

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